BMBF-Forschungschwerpunkte LHC/CERN
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CERN, 23. November 2009: Zwei gegeneinander laufende Strahlen bringen die ersten Kollisionen im LHC

Am Freitag, dem 20.11.2009, hat der LHC seinen Betrieb wieder aufgenommen. In sehr kurzer Zeit erreichten die Operateure stabile Strahlbedingung in beide Richtungen. Um den Experimentalphysikern Gelegenheit zu geben, Ihre Detektoren zu testen, wurde jeweils ein Strahlbündel auf einen Kollimator kurz vor den Experimenten geleitet. In der Wechselwirkung der Protonen des Strahls mit dem Kollimator entstanden eine Vielzahl von Teilchen, die den Tunnel entlang und durch den Detektor hindurch flogen. Diese Art von "Beam-Splash"-Ereignissen konnten von allen LHC-Experimenten aufgezeichnet werden.

Nur drei Tage später konnten die Physiker am CERN, den nächsten Erfolg vermelden. Am 23.11.2009 gelang es zum ersten Mal zwei Protonen-Strahlen gleichzeitig im LHC zu speichern, bereits mit einer Lebensdauer von über zehn Stunden. Die Strahlbündel wurden zeitlich so ausgerichtet, dass sie sich in den Detektoren ATLAS und CMS, und später in den Detektoren LHC-B und ALICE kreuzten. Auch wenn die Strahlen noch nicht fokussiert waren, konnten einige Kollisionsereignisse beobachtet werden.

Die nächsten Schritte bei der Inbetriebnahme des LHC werden nun die Auffüllung der Teilchenstrahlen mit einer größeren Zahl von Protonen sowie die Beschleunigung der Strahlen im LHC auf höhere Energie sein.

 
BMBF – Förderung für den LHC

BMBF – Forschungsförderung am CERN

Als Mitgliedsland des von 20 Ländern betriebenen Zentrums für Elementarteilchenphysik CERN in Genf trägt die Bundesrepublik Deutschland mit 130 Mio. € pro Jahr zu mehr als einem Fünftel (22%) der Grundfinanzierung dieses Europäischen Forschungszentrums bei. Zusätzlich wurden im Rahmen der Projektförderung seit Ende der 1990er Jahre Fördermittel in Höhe von 90 Mio. € für den Aufbau der LHC - Experimente vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Verfügung gestellt.

Mit dieser Projektförderung unterstützt das BMBF im Bereich der naturwissenschaftlichen Grundlagenforschung Vorhaben, die von deutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen an ausgewählten, im Wesentlichen vom Bund getragenen Großgeräten durchgeführt werden. Um die Langfristigkeit der Projektförderung zu gewährleisten, werden diese Projekte der Elementarteilchenphysik an Beschleunigergroßanlagen direkt vom BMBF ohne Beteiligung der DFG gefördert.  

Neues Förderinstrument:
BMBF – Forschungsschwerpunkt (BMBF – FSP)

Um wissenschaftlich besonders herausragende Projekte auszuzeichnen wurden mit der jüngsten Förderperiode (von 2006 bis 2009) in den Bereichen „Struktur und Wechselwirkung fundamentaler Teilchen“ und „Hadronen- und Kernphysik“ neue Förderinstrumente „BMBF - Forschungsschwerpunkte“ ausgeschrieben, die in Umfang und wissenschaftlicher Bedeutung den transregionalen Sonderforschungsbereichen der DFG nachempfunden sind.

Ausdrückliches Ziel dieser FSP-Förderung ist die Bildung von Forschungsnetzwerken, die Ausnutzung von Synergien, die Förderung hoher wissenschaftlicher Exzellenz und Stärkung der internationalen Sichtbarkeit. Die Koordinierung der BMBF-FSP wird von einem Sprecher übernommen.

Mit ATLAS, CMS und ALICE wurden im Juli 2006 die ersten drei BMBF-FSP für Forschungsgruppen eingerichtet, die sich an den großen Experimenten am Large Hadron Collider (LHC) des CERN beteiligen: FSP 101 (ATLAS), FSP 102 (CMS), FSP 201 (ALICE). Diese drei Forschungsschwerpunkte werden in den kommenden drei Jahren insgesamt mit über 32 Mio. € vom Bund gefördert. Neben diesen grossen Forschungsnetzwerken foerdert das BMBF auch eine substanzielle deutsche Mitarbeit am LHCb Experiment.

Am 2. Februar 2007 fand im Wissenschaftszentrum Bonn ein erstes gemeinsames Symposium aller drei BMBF-FSP statt. Die dort gehaltenen Vorträge können hier eingesehen werden.

 
© 2010 BMBF Forschungsschwerpunkte am LHC/CERN